Altersvorsorgesysteme
Schon von je her haben die Altersvorsorgesysteme eine wichtige Rolle in der Gesellschaft eingenommen. In früheren Zeiten galten zum Beispiel viele Kinder als gute Altersversicherung, da diese die Eltern im Ruhestand pflegen und finanziell unterstützen konnten. Da sich unsere Gesellschaft allerdings immer mehr individualisiert hat, müssen heute andere Systeme für eine ausreichende Vorsorge für den Ruhestand beansprucht werden. Daher wurde bereits im 19. Jahrhundert das System der gesetzlichen Rentenversicherung geschaffen. Dieses hat zum Ziel, die Existenz der Bürger auch im Alter zu sichern und vor einiger Zeit auch zudem noch, den Lebensstandard halten zu können. Allerdings ist dieses Ziel inzwischen unrealistisch geworden, da es in der gesetzlichen Rentenversicherung massive Probleme gibt. Dabei ist das heutige Hauptproblem die Tatsache, dass sich die Altersstruktur in Deutschland verändert hat. Während noch vor einigen Jahrzehnten vier Arbeitnehmer für die Erwirtschaftung der Rente für einen Rentenempfänger verantwortlich waren, sind es heutzutage gerade noch zwei Einzahler, die für einen Rentner "verantwortlich" sind. Da man natürlich den Rentenversicherungsbeitrag auch nicht andauernd anheben kann, muss im Rahmen des Rentensystems nach anderen Lösungen gesucht werden. Eine Lösungsmöglichkeit könnte zum Beispiel darin bestehen, dass man auch Personenkreis zur Beitragszahlung verpflichtet, die bisher noch keine Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung vornehmen, wie beispielsweise die Selbstständigen oder die Politiker. Sie können auch eine sogenannte Sammelpolice abschließen, diese kann z.B. die Autoversicherung, Hausratversicherung usw. beinhalten. Eine andere Möglichkeit die in der Praxis auch schon realisiert worden ist, besteht darin, zunehmend auf die beiden weiteren Systeme der Altersvorsorge zu setzen, nämlich die betriebliche und die private Altersvorsorge.
Das Rentensystem in Deutschland besteht aus dem Drei-Säulen-System
Grundsätzlich besteht das gesamte Rentensystem in Deutschland ohnehin aus dem Drei-Säulen-System, welches aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen und privaten Altersvorsorge besteht. Da das erste System momentan große Schwierigkeiten hat, steht der Ausbau der anderen beiden Systemteile im Vordergrund. Viele Bürger wissen zum Beispiel gar nicht, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge haben. Das bedeutet zwar nicht, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, ihnen als Arbeitnehmer Geld für die Altersvorsorge zu "schenken", aber er muss auf ihren Wunsch hin einen Betrag vom Gehalt abhalten und in eine betriebliche Pensionskasse oder in Form einer Direktversicherung einzahlen. Was allerdings den Geldbeutel auf den erste Blick schmälert und den Hunde Urlaub ins Wasser fallen lässt. Diese betrieblichen Altersvorsorgesysteme bieten oftmals steuerliche Vorteile, sodass der Arbeitnehmer darauf nicht verzichten sollte, falls er ohnehin selber etwas zur Altersvorsorge beitragen möchte. Viele Betriebe und Unternehmen sind inzwischen zum Beispiel dazu übergegangen, mit Einverständnis der Mitarbeiter das Weihnachtsgehalt komplett in eine betriebliche Pensionskasse einzuzahlen und geben oftmals dazu auch noch einen Zuschuss.
Die private Altersvorsorge
Neben der gesetzlichen Rentenversicherung ist die private Altersvorsorge inzwischen die wichtigste Säule im Rahmen des Altersvorsorgesystems geworden. Schon seit vielen Jahren ist bekannt, dass man ohne private Altersvorsorge seinen Lebensstandard im Alter auf keinen Fall halten können wird. Wenn man bedenkt, dass man nach heutigem Stand nur noch ca. 60-70 Prozent seines letzten Nettoeinkommens als gesetzliche Rente erhalten wird, ist diese Tatsache durchaus nachvollziehbar. Seit einigen Jahren wird die private Altersvorsorge durch die so genannte Riester Rente auch von staatlicher Seite aus gefördert. Der Bürger erhält in bestimmten Grenzen Zuschüsse, wenn er nachweislich in Form bestimmter Sparverträge eine private Altersvorsorge trifft. Grundsätzlich ist die private Altersvorsorge sehr wichtig, um die spätere Versorgungslücke im Alter von ca. 30 Prozent decken zu können. Es stehen dem Kunden hier seitens der Bank und den Versicherungen zahlreiche Produkte zur Verfügung, wie zum Beispiel der Banksparplan, der Bausparvertrag, der Investmentfondssparvertrag oder die Kapitallebensversicherung. Ein weiteres Produkt, welches genau auf die private Altersvorsorge hin ausgerichtet ist, ist die private Rentenversicherung. Diese wird von Versicherungsgesellschaften angeboten und bieten die größten steuerlichen Vorteile aller Produkte im Rahmen der privaten Altersvorsorge. Wenn man mal günstige Kredite benötigt, dann kann diese Versicherung als Sicherheit dienen. Nutzt der Kunde die Möglichkeit der Rentenzahlung aus der privaten Rentenversicherung und beginnt diese nicht vor dem 60. Lebensjahr, so werden bei Renteneintritt mit 65. Jahren lediglich 18 Prozent der Erträge steuerpflichtig, der so genannte Ertragsanteil. Damit hat der Kunde natürlich einen großen Vorteil gegenüber anderen Anlagenprodukten. Zudem wird die private Rentenversicherung natürlich auch wie angesprochen durch den Staat bezuschusst.